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Ortsverein Unna-Massen
 

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03.11.2020, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr Ortsverein Vorstandssitzung

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Offener Brief zur geplanten Einzelhandelsansiedlung

Allgemein

Liebe Genossinnen und Genossen / Sehr geehrte Massener Bürgerinnen und Bürger, 
 
das Thema Einzelhandelsansiedlung an der Massener Bahnhofstraße wird derzeit aufgrund verschiedener Leserbriefe im Hellweger Anzeiger diskutiert. Hierbei werden von den Gegnern der Ansiedlung vielfach verschiedene andere Lösungsmöglichkeiten ins Spiel gebracht. Aufgrund dessen möchte ich hier nochmals die Gelegenheit ergreifen und versuchen, zur Versachlichung der Diskussion beizutragen und den Standpunkt des SPD Ortsvereins Unna-Massen darzustellen. Bereits am 27.11.2018 hat sich die SPD Massen des Themas angenommen und zu einer offenen Mitgliederversammlung zum Thema „Geplante Einzelhandelsansiedlung an der Massener Bahnhofstaße“ eingeladen. In dieser gut besuchten Versammlung waren neben Parteimitgliedern auch interessierte Massener Bürgerinnen und Bürger anwesend. Während der Veranstaltung wurden durch den Investor und dessen Architekten die Pläne zu dem geplanten Einkaufszentrum vorgestellt und diskutiert. Weiterhin wurde das vom Investor beauftragte Verkehrsgutachten durch den Gutachter vorgestellt.    Im Rahmen einer im Nachgang durchgeführten gut besuchten Bürgersprechstunde wurde der Standpunkt der Massener SPD zu der geplanten Einzelhandelsansiedlung den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern erläutert. 
 
Schon hier wurde klargestellt, dass die Massener SPD der geplanten Ansiedlung grundsätzlich positiv gegenübersteht. Gleichwohl gibt es einige Punkte, die im Rahmen des Genehmigungsverfahrens geklärt und zufriedenstellend geregelt werden müssen. Dies ist zu einem die Verkehrsanbindung mit der Regelung der Knotenpunkte Massener Hellweg / Massener Bahnhofstraße sowie Massener Hellweg / Kleistraße. Außerdem muss zum anderen die Verträglichkeit zum vorhandenen Einzelhandel in Massen gegeben sein. 
 
Aufgrund der Aktivitäten des Massener SPD in dieser Sache wurde bereits am 21.01.2019 eine Bürgerversammlung im Bürgerhaus zu diesem Thema durch die Stadt Unna durchgeführt. Die Planung wurde hier ebenfalls vorgestellt, erläutert und kontrovers diskutiert. 
 
In der Zwischenzeit hat der Investor Anregungen aus den geführten Diskussionen aufgenommen und seine Planung überarbeitet. Aufgrund dessen hat die SPD Massen am 03.03.2020 eine Mitgliederversammlung durchgeführt, zu der ebenfalls Vertreter der Bürgerinitiative gegen die Einzelhandelsansiedlung eingeladen wurden, die auch anwesend waren. In dieser Versammlung hat der 1. Beigeordnete der Stadt Unna, Herr Toschläger, den rechtlichen Rahmen für die geplante Einzelhandels-ansiedlung erläutert und der Investor und sein Architekt stellten die aktuellen Pläne vor.  
 
Ich möchte hier nochmals einige Fakten zusammenstellen, die die Massener SPD zu ihrem Entschluss geführt haben: 
 
- Bereits mehrfach wurde dargelegt, dass der derzeitige EDEKA-Markt an der Kleistraße im Mai 2021 schließen wird. Dies wurde von einem Vertreter der EDEKA-Gruppe während der Bürgerversammlung unmissverständlich erklärt.

- Aus Sicht der Massener SPD ist ein dann noch am Ort ansässiger Vollsortimenter nicht in der Lage, die Massener Bürger ausreichend am Ort zu versorgen. - Aufgrund übergeordneter Landesplanung sind immer wieder vorgebrachte Alternativstandorte für einen Einzelhandel (ehemaliger Standort des Freizeitbades, Provinzialstraße, „Massener Loch“) rechtlich nicht zulässig.

- Das durch den Investor vorgelegte Verkehrsgutachten wurde durch einen von der Stadt Unna beauftragten Gutachter überprüft und kommt zu dem Schluss, dass durch die Beampelung der Einmündung Massener Hellweg / Massener Bahnhofstraße und eine abgestimmte Schaltung mit der Ampel Massener Hellweg / Kleistraße sowie einer geänderten Spurführung trotz zu erwartender Verkehrszunahme eine Verbesserung gegenüber dem heutigen Status Quo zu erreichen ist.  - Die gutachterliche Prüfung des geplanten Einzelhandelsstandortes in Bezug auf die Verträglichkeit zum bereits vorhandenen Bestand 
hat ergeben, dass keine Gefährdung des Bestands anzunehmen ist. - Eine weitere Ansiedlung eines Discounters in den Räumlichkeiten des EDEKA an der Kleistraße ist aufgrund der Erklärung des Eigentümers ausgeschlossen. - Aufgrund von Anregungen aus den durchgeführten Versammlungen hat der Investor das Projekt um mehrere Wohneinheiten erweitert.

- Auch wenn es aufgrund des Bauvorhabens zu einer Flächenversiegelung kommt, bleiben rund 40 % Grünanteil. Das Gebäude bekommt eine Dachbegrünung und kann aufgrund von genutzter Photovoltaik-Anlagen seine Energieversorgung nahezu autark gestalten.

- Das auf dem Grundstück vorhandene unter Denkmalschutz stehende Bauernhaus wird restauriert und bleibt somit auch für kommende Generationen erhalten.

- Kleistraße und Massener Bahnhofstraße bilden eine Umleitungstrecke zur BAB 1, die in den nächsten Jahren im Bereich Unna um- und ausgebaut wird. Gleichwohl ist nicht zu erwarten, dass sich der Verkehr von der BAB auf die Umleitungsstrecke durch Massen verlegen wird. Trotz der massiven Umbauarbeiten hat die Leichtigkeit des Verkehrs oberste Priorität und der Verkehr wird weiterhin auf der BAB fließen. Dies konnte schon beim Ausbau der BAB 2 zwischen Hamm und dem Kamener Kreuz sowie beim noch andauernden Ausbau auf der BAB 2 zwischen Bergkamen und DortmundLanstrop beobachtet werden. Auch hier mussten mehrere Brücken erneuert werden und der Verkehr ist weiter, wen auch auf verengten Fahrstreifen, über die BAB geflossen. 
 
Ich bin mir sicher, dass die vorgenannten Punkte nicht bei allen und auch nicht uneingeschränkt Zustimmung finden. Das ist durchaus richtig und gut, denn sie sind Ergebnis eines Abwägungsprozesses, bei dem es nie die eine alle glücklich machende Lösung geben wird. Aber allen daran beteiligten Personen zu unterstellen, dass man sich keine Gedanken gemacht hätte und nicht das Beste für die Stadt bzw. Gemeinde Massen im Blickpunkt hat, ist sicherlich auch nicht der richtige Weg. Und es wäre schon hilfreich, wenn zumindest der rechtliche Rahmen, in dem sich die Planung bewegen muss, anerkannt wird. Denn dadurch allein lassen sich einige Fragen und Ideen klären. In diesem Zusammenhang kann ich nur alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ermutigen, sich die entsprechenden Vorlage Nr. 1798/20 für den Ausschuss für Stadtentwicklung Bauen und Verkehrsplanung anzusehen. 

Michael Wladacz  -Vorsitzender-